Wie heißt es unter Werbetreibenden so schön: „Werbung ist dort am besten, wo sie konsumiert wird!“. Soll heißen: wer erfolgreich werben will, muss dafür sorgen, dass sie die Zielgruppe dort erreicht, wo sie ist. Und so entwickeln Marketing-Spezialisten in Agenturen und Unternehmen immer neue Möglichkeiten, ihre oder die Produkte ihrer Kunden an den Mann zu bringen.

In-Game Advertising

Nicht einmal beim Zocken des neuesten Ego-Shooters nach Feierabend entkommt man ihr, der Werbung. Denn ein für Werbetreibende besonders interessantes Feld ist das  „In-Game Advertising“. Dort ist die Werbung ihrer Zielgruppe so nah wie nur irgend möglich. Innerhalb von Spielen wird Werbung in verschiedenster Art und Weise eingeblendet. Bewegt sich der Charakter durch eine Stadt, findet er sie oft über und über versehen mit Leuchtreklame und Werbung für bekannte Marken an großflächigen Plakatwänden. In Sport-Spielen werben passende Marken an Banden oder Monitoren im virtuellen Stadion. Von dieser Art der Werbung versprechen sich die Unternehmen viel – die Frage ist nur, ob z. B. Werbung für „Dove“-Seife in einem Drive-By-Shooter die richtige Zielgruppe anspricht?

Werbung im Internet

Sind es beim In-Game-Advertising eher die klassischen Medien, die für den Einsatz in Spielen adaptiert werden, bietet das Internet vielfältige neue Möglichkeiten der Werbung. Doch die klassischen Werbebanner und Anzeigen, die nach verschiedenen Systemen (pay per Click, pay per Lead usw.) abgerechnet werden, mussten ein wenig von ihrer Macht einbüßen – Ad-Blockern sei Dank. Hinzu kommt, dass sich Menschen mit medial hoher Kompetenz nicht mehr für die Banner interessieren, sie werden ausgeblendet und ignoriert. Ein Phänomen, das unter dem Namen „Banner Blindness“ bekannt geworden ist und viele Werbetreibende frustriert.

Aber Gott-sei-Dank gibt im Internet noch viele, viele weitere Möglichkeiten, die Menschen mit Werbung zu konfrontieren. Google zum Beispiel ist eine einzige große Werbeplattform. Inzwischen schlägt Google bereits während der Eingabe der Suchbegriffe nicht nur generische Ergebnisse vor, sondern ganz oben – Werbung. Doch bei den so genannten „Google Adwords“ zeigt stellt sich bei mündigen Nutzern langsam der selbe Effekt ein wie bei Anzeigen und Bannern: die farblich unterlegten und dadurch als Werbung gekennzeichneten oberen Ergebnisse sowie die rechte Spalte werden schlichtweg ignoriert – oder die Suchmaschine gewechselt.

Weit weniger einfach entkommen Nutzer der Werbung in sozialen Netzwerken. Von der profitieren nicht nur die werbenden Firmen, auch Facebook verdient sich damit eine goldene Nase. Wer sich z. B. bei Facebook einloggt, bekommt automatisch zu seinem Profil und seinen Interessen passende Werbung angezeigt. Wer dort einmal von einem Besuch im Casino berichtet hat, bekommt die Frage gestellt, ob er nicht im Casino online spielen möchte, wer vom Angelausflug mit seinen Freunden erzählt, bekommt Werbung für das neueste Angelspiel eingeblendet… Ob man will oder nicht, der große Facebook-Gott schlägt seinen Anhängern vor, was diese zu interessieren hat. Für werbende Unternehmen ist Facebook eine wunderbare Spielwiese, sie können Fan-Pages erstellen und diese für sich werben lassen. Ganz so einfach ist es damit natürlich nicht – ein fundiertes Konzept samt Strategie muss her oder die Macht der Masse kann für das Unternehmen ganz schnell zum PR-Gau werden.

Offline-Werbung

Ein wichtiger Bereich für Werbetreibende ist und bleibt die klassische Werbung. Der Spruch zu Beginn des Beitrags, „Werbung ist dort am besten, wo sie konsumiert wird“, wird besonders plastisch, wenn es um essbare und mit Werbung bedruckte Giveaways geht. Dabei nutzt das Unternehmen die tatsächliche Konsumierbarkeit von z. B. Süßigkeiten, deren Verpackung mit dem eigenen Logo o.ä. bedruckt ist. Greift der Kunde in die Tasche nach seinen Pfefferminzbonbons, hat er immer das Firmenlogo vor Augen. Vor allem in der Dienstleistungsbranche mit direkten Kundenkontakten eine sehr beliebte Art, sich im Gedächtnis des Kunden zu halten.

Dann gibt es da natürlich auch noch die klassischen Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften sowie Spots im Fernsehen, Kino oder im Rundfunk. Allen Arten ist gemein, dass die Grenzen zwischen Werbung und einem „normalen“ Beitrag immer öfter verwischen. Das sieht zwar zum Beispiel der Deutsche Presserat nicht gerne, aber dennoch findet man immer wieder in Zeitschriften und auch im Fernsehen vermeintlich redaktionelle Beiträge mit werblichem Charakter. Hier sind die Nutzer der Medien gefragt, sich die nötige Medienkompetenz zu erarbeiten, um Werbung zu erkennen und sich neutral mit ihr auseinanderzusetzen. Ein wichtiges Thema, das bereits im Schulunterricht angegangen werden sollte.